Der Trassenvorschlag der BI

Die BI Unterkochen prüfte über mehrere Monate eine Anzahl von möglichen Trassenvarianten (darunter auch die vom Ortschaftsrat vorgeschlagenen) auf ihre Machbarkeit und Umweltverträglichkeit.

In Zusammenarbeit mit einem Straßenplanungsexperten und Naturschutzverbänden wurden Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Streckenführungen gegeneinander abgewogen.

Schlussendlich blieb nur eine Trasse, die allen Bedingungen an Bürger*innenwohl und Umweltschutz, sowie den straßenplanerischen Vorgaben genügte.

Diese Trassenvariante wurde von der BI am 7.3.2022 im Rahmen einer Ortschaftsratsitzung an OB Brütting übergeben.

 

Der von der BI eingereichte Trassenvorschlag mit südlicher Ortsumfahrung

Trassenvorschlag der BI mit südlicher Ortsumfahrung
Trassenvorschlag der BI mit südlicher Ortsumfahrung
 
Zur Beachtung: die in der lokalen Presse veröffentlichte Karte mit Trassenvarianten entspricht NICHT dem eingereichten Vorschlag der BI, sondern dem des Unterkochener Ortschaftsrats. Sie enthält zwar einige von der BI geprüfte Varianten, die aber bis auf die hier vorgestellte Trasse aus unterschiedlichen Gründen von der BI verworfen wurden
 

Entscheidungsgrundlagen für diesen Trassenvorschlag

Unterkochen hat eine recht komplizierte Topografie und eine Umfahrung des Orts ist aufgrund der Lage nicht einfach. So muss der Zwerenberg entweder nördlich oder südlich überwunden werden, um auf die Höhe zu kommen.

Die BI hat über mehrere Monate hinweg sehr viele mögliche Aufstiegsvarianten in den Blick genommen und mit Hilfe eines Straßenplanungsexperten auf ihre Machbarkeit sowie ihre Vor- und Nachteile untersucht.

Gespräche mit geologischen Sachverständigen ergaben, dass Tunnellösungen sowohl unter hydrologischen und tektonischen Gesichtspunkten, als auch bohrtechnisch (weißer Jura) leicht machbar wären.

Gespräche mit Vertreter*innen von lokalen Naturschutzverbänden zeigten, dass die einzige in Frage kommende Lösung für den Albaufstieg eine Tunnelvariante sein muss.

Die BI ist sich bewusst, dass in Zeiten von Klimawandel, Artensterben und Umweltzerstörung die Forderung nach einer alternativen Trasse nur dann guten Gewissens erhoben werden kann, wenn alle notwendigen umweltschutztechnischen Überlegungen (FFH-Gebiete, europäischer Wildtierkorridor, Vogelschutzgebiete, Wasserschutzgebiete und Flächenversiegelung) miteinbezogen werden. Die Naturschutzverbände sind sich einig, dass ohne einen Tunnel kein Aufstieg realisiert werden darf.

Die von der BI präferierte Lösung würde es ermöglichen, die jetzt bestehende Ebnater Steige (L1084) so weit wie möglich zurückzubauen. So würden nicht nur notwendige Ausgleichsflächen geschaffen, auch das jetzt zweigeteilte FFH-Waldgebiet links und rechts der Ebnater Steige könnte zusammengeführt und zu einem großen, zusammenhängenden, FFH-Gebiet werden. Der europäische Wildtierkorridor, der jetzt durch die Ebnater Steige zerschnitten ist, würde sich auf das westliche, dann wieder zusammenhängende, Waldgebiet verlagern und einen Wildwechsel ermöglichen.

Die bald notwendige Sanierung der maroden Talbrücke auf der B19 ist in die Überlegungen miteingeflossen. Die daraus resultierenden Pläne zeigen vorbildlich, wie zwei Maßnahmen ineinandergreifen könnten.

 

Vorteile und Nachteile der vorgeschlagenen Trasse

Pluspunkte für die untertunnelte Trassenführung von der B19 zum Anschluss A7:

  • Starke Entlastung Unterkochens, keine Nachteile und Belastungen für andere Ortschaften
  • Wenig Oberflächenversiegelung durch Untertunnelung
  • Rückgewinnung von Wald und Feldern bei Rückbau der unteren L1084
  • Schaffung eines größeren, zusammenhängenden FFH-Gebiets
  • Die zurückgewonne Fläche ist größer als der Landschaftsverbrauch einer neuen Trasse
  • Erfüllt die Vorgaben für den Neubau von Bundesstraßen
  • Miteinbeziehung des Neubaus der maroden Talbrücke auf der B19 wäre möglich
  • Der Verkehr könnte während der Baumaßnahmen weiterhin über die Ebnater Steige laufen. (deren Sperrung hat in der Vergangenheit zu massiven Belastungen anderer Strecken geführt)
  • Auch der Verkehr auf der wichtigen B19 könnte während des Neubaus einer Ersatztalbrücke ungestört auf der alten Brücke weiterlaufen
  • Berücksichtigt den europäischen Wildtierkorridor und läßt Wildwanderungen wieder zu

Mögliche Negativpunkte der Tunnelbauweise:

  • Kostenintensiv
  • Wartungsintensiv