Aktueller Stand der Planungen

Das Monsterprojekt: 5 Spuren nebeneinander (Skizze Ing. Büro Brenner)
Das Monsterprojekt: 5 Spuren nebeneinander (Skizze Ing. Büro Brenner)

Seit im Jahr 1994 alle Varianten einer Ortsumgehung um Unterkochen aus der Planung gestrichen wurden, existiert nur noch die Variante des Ausbaus der L1084 zur Bundesstraße B29a quer durch die Ortschaft Unterkochen.

Die aktuelle Planung sieht vor, dass parallel zur bestehenden L1084 im Ortsbereich Unterkochen eine dreispurige Trasse gebaut werden soll, die um 8m abgesenkt in der Talmitte verläuft.

Die Planungsskizze lässt den massiven Einschnitt in die bestehende Landschaft des Tals erahnen. Der mit Wall 30m breite Trog für die zusätzliche dreispurige Trasse liegt mitten im Tal, wo jetzt noch landwirtschaftliche Grünflächen bestehen. Davon wird kaum etwas übrig bleiben.

Neu ist ein Vorschlag von OB Rentschler, einen kleinen Teil dieser neuen Trasse mit einem Gründeckel zu versehen, für ihn die optimale Lösung des Lärmproblems, für die BI nur noch mehr Beton und eine Lärmverlagerung an die Tunnelenden.

 

Kritik an der aktuellen Planung

Wo eine Ortsumgehung eine zukunftssichere Lösung bedeuten würde, sind alle derzeitigen Planungsvorhaben hauptsächlich kosmetischer Natur.

Der in den kommenden Jahren weiter zunehmende Verkehr wird weiterhin mitten durch den Ort geleitet, der schon vom derzeitigen Verkehrsaufkommen stark belastet ist. Was Abgasemissionen angeht, bietet die aktuelle Planung keinerlei Verbesserung.

Und auch die so gelobten Lärmschutzmaßnahmen (Tierferlegung, Überdeckelung) kommen nur einem kleinen Teil der Anwohner zugute. Die gesamte Nordhälfte Unterkochens bekommt auch weiterhin den ungedämpften Verkehrslärm der Ebnater Steige ab, der Ortskern einen stetig wachsenden Durchgangsverkehr und für die Südhälfte beschränkt sich die zu erwartende Lärmminderung auf die Anwohner entlang der kurzen Überdeckelung.

Unsere eigene Zukunftsvision für die Ebnater Steige deckt sich eigentlich weitgehend mit der Planskizze des Ingenieurbüros Brenner - nur eben ohne zusätzliche dreispurige Trasse, Tunnel, Mammutkreisel und Gründeckel.

 

Zur Verkehrsentwicklung der letzten 45 Jahre

  • Im Jahr 1975 fuhren auf der Ebnater Steige täglich ca 2700 Eahrzeuge.
  • Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der A7 im Jahr 1989 waren es dann bereits 7300 Fahrzeuge.
  • Der Planung der Erweiterung der Ebnater Steige im Jahr 2008 durch das Ing. Büro Brenner wurden 9600 Fahrzeuge zugrunde gelegt. Diese Daten wurden aber sehr wahrscheinlich aus Kurzzeitzählungen hochgerechnet.
  • Eine von der BI Unterkochen bereits im September 2007 durchgeführte 24-Stunden-Zählung ergab dagegen 12700 Fahrzeuge täglich, davon 10534 PKW, 1823 LKW (99 LKW über 7.5t talwärts) und 344 Busse
 

Zukünftige Entwicklung des Durchgangsverkehrs

Selbst ohne jegliche Vergrößerung von Industrieansiedlungen oder Straßenausbauten ist so mit einer jährlichen Zunahme von mindestens 400 Fahrzeugen zu rechnen. Ein teilweise dreispuriger Ausbau der L1084 und die Umwidmung zur Bundesstraße B29a (mit der zugehörigen Verkehrsleitung) wird diesen Wert noch deutlich erhöhen.

In den nächsten Jahren wird das Industriegebiet Oberkochen massiv erweitert und die Bundesstraße B29 weiter vierspurig ausgebaut. Hinzu kommen noch Pläne der neuen B29 Trasse von Nördlingen über das Härtsfeld zum Anschluss Ebnat und nicht zuletzt die Verkehrszunahme durch die geplanten Ausbaumaßnahmen der Ebnater Steige.

Wenn bereits den aktuellen Ausbauplänen nur ca 70% des heutigen Verkehrsaufkommens zugrunde liegen, ist es leicht abzusehen, dass die L1084 als einziger Zubringer zwischen Aalen und Heidenheim selbst mit Ausbau den weiter stark zunehmenden Verkehr nicht bewältigen kann.

 

Fazit

Ein Ausbau der L1084 zur teilweise dreispurigen Bundesstraße B29a quer durch Unterkochen ist den zukünftig stark anwachsenden Verkehrsströmen mit Sicherheit nicht gewachsen.

Das haben zwischenzeitlich auch alle Beteiligten aus Industrie und Politik erkannt, weshalb auch schon überall über einen weiteren Zubringer zwischen B19 und A7 nachgedacht wird.

Auch die BI hält diesen neuen Zubringer für die einzige zukunftssichere Möglichkeit, das weiter stark ansteigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

Aber wenn dieser Zubringer schon sein muss, dann bitte so, dass er möglichst vielen nützt und dann auch mit Ortsumfahrungen für alle vom Verkehr stark belasteten Ortschaften.